Der deutsche Schriftsteller Theodor Storm bezeichnete sich selbst Zeit seines Lebens als Lyriker. Theodor Storm, der von Beruf Jurist war und mit vollem Namen Hans Theodor Woldsen Storm hieß, zählte zu den deutschen Realisten. Betrachtet man sein Werk, so stellt man fest, dass hierbei Novellen überwiegen.

Leben und Beruf eines Juristen

Theodor Storm wurde 1617 als Sohn eines angesehenen Notars in Husum geboren. Seine Schulausbildung genoss er an einem der renommiertesten Gymnasien Deutschlands, dem Katharineum in Lübeck. Bereits damals, im Alter von 15 Jahren schrieb er seine ersten Gedichte und Prosatexte. Danach ging Theodor Storm nach Kiel und Berlin, um Jura zu studieren. 1843 begann er, in seiner Kanzlei in Husum, als Anwalt zu arbeiten. Durch seine unversöhnliche Haltung gegenüber Dänemark wurde ihm von dieser Seite die Advokatur entzogen. Nach seiner Zeit im preußischen Justizdienst in Potsdam und als Richter in Heiligenstadt kehrte er 1864 als Landvogt in seine Geburtsstadt zurück. 1880 begab er sich in seinen Ruhestand und zog nach Hademarschen, wo er im Jahr 1888 an Magenkrebs starb.

Turbulentes Privatleben des Theodor Storm

Die Beziehungen von Theodor Storm waren geprägt von Turbulenzen. 1837 verlobte er sich mit Emma Kühl, die diese Verlobung allerdings schon bald darauf löste. Vier Jahre später machte er Bertha von Buchan einen Heiratsantrag, den sie ablehnte. 1846 heiratete er dann schlussendlich seine Cousine Constanze Esmarch, mit der er sieben Kinder hatte. Bei der Geburt der letzten Tochter starb die Gattin. Theodor Storm war jedoch nicht lange alleine. Schon ein Jahr später heiratete er Dorothea Jensen, in die er sich schon kurz nach seiner ersten Hochzeit verliebt hatte und mit der ihn ein enges Verhältnis verband. Mit ihr hatte er eine Tochter.

Dramatik in seinen Werken

Die bekanntesten Novellen von Theodor Storm sind
• Immensee
• Pole Poppenspäler
• Carsten Curator
• Ein Doppelgänger
Der Schimmelreiter

Theodor Storm im Jahre 1886, dem Jahr der Vollendung seiner Novelle "Der Schimmelreiter"

Theodor Storm im Jahre 1886, dem Jahr der Vollendung seiner Novelle „Der Schimmelreiter“

Schon seit seiner Jugend war Theodor Storm von Gespenstergeschichten fasziniert. „Der Schimmelreiter“ basiert auf einer Sage dieser Art. Sie sollte Storm jahrzehntelang bewegen. Die Geschichte erzählt vom Leben und Tod des Hauke Haien, der Deichgraf in Nordfriesland ist. Storm hat seine Gestalten an real existierende Personen angelehnt. Diese Novelle ist einem Drama sehr ähnlich. Storm war ja immer der Meinung, die Novelle sei „die Schwester des Dramas“. Obwohl ihn die Geschichte des Schimmelreiters lange Zeit begleitete, begann er erst im Jahr 1886 mit der Niederschrift, die er erst kurz vor seinem Tod vollenden konnte. Sie gilt heute als sein Hauptwerk.