Allgemeines

Das Wort Parataxe kommt von dem griechischen Wort parátaxis und bedeutet das Nebeneinanderstellen.
Parataxe ist ein bestimmtes Stilmittel und steht im Gegensatz zu der Hypotaxe. Das Stilmittel der Parataxe wird zumeist in der Epik verwendet, welche oft als erzählende Literatur bezeichnet wird.

Bei der Verwendung der Parataxe werden eigenständige und zumeist kurze Hauptsätze aneinandergereiht. Vorwiegend werden sie durch einen Punkt, ein Komma, „und“ und „oder“ voneinander getrennt.

Beispiele

Verwendete Thomas Mann in seinem Roman „Die Buddenbrooks“ vorwiegend die Hypotaxe, so ist der berühmte Schriftsteller Franz Kafka in seiner Parabel „Der Aufbruch“ dem parataktischen Erzählstil verfallen:

„Ich befahl mein Pferd aus dem Stall zu holen.
Der Diener verstand mich nicht. Ich ging selbst in den Stall, sattelte mein Pferd und bestieg es.“
(Franz Kafka – Der Aufbruch)

Aber auch das bekannte Schlaflied von Matthias Claudius „Abendlied“ ist im parataktischen Stil verfasst:

Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.
(Matthias Claudius – Abendlied)

Weitere Beispiele finden sich zur Zeit des Realismus. Prägnantes Beispiel dafür ist zum Beispiel Theodor Fontane.

Der Gebrauch

Die Hypotaxe erscheint in ihrem Gebrauch funktionaler, als die Parataxe, da mit Hilfe der Hypotaxe komplexe Zusammenhänge dargestellt werden können.
Die Parataxe wirkt dagegen eher simpel, da sie nämlich die Sachen anneinanderreiht, ohne Zusammenhänge zu erstellen beziehungsweise zuzulassen.

Die Parataxe wird gerne in Werbetexen verwendet, denn sie bietet die Möglichkeit, sich lediglich auf den Inhalt zu konzentrieren und eine lineare Argumentation übersichtlich darzustellen. Gerade im Bereich der Werbung werden die einzelnen Hauptsätze weiter verkürzt, dass der Kunde, der angesprochen werden soll, sich die Informationen merkt.

Ferner ist die Parataxe im Alltagsgeschehen oft zu finden. Dadurch wirken Texte, die parataktisch geschrieben sind, oft „volksnäher“ und vielen fällt es einfacher, dieser Art von Texten zu folgen und nachzuvollziehen.

Wie bereits weiter oben erwähnt wurde, nutzte Franz Kafka gern die Parataxe. Bei seinen Texten vermittelte die Parataxe oft den Eindruck, als sei nicht alles gesagt worden. Somit schwebt etwas Unausgesprochenes im Raum.

Dieses Unausgesprochene verleiht den Texten, besonders bei denen von Franz Kafka, oft etwas Geheimnisvolles, in denen oft schwere Gefühle mitschwingen.