Bei einer Hypotaxe handelt es sich um eine kompliziert angeordnete Unterordnung von Nebensätzen unter Hauptsätzen. Die Hypotaxe ist somit ein sprachliches Stilmittel, welches gekennzeichnet ist, durch die komplexe und detaillierte Darstellung von Themen und Situationen.

Der Name der Hypotaxe entspringt dem griechischen „hypo“, welches „unter“ bedeutet und dem griechischem Wort „taxis“, welches „Ordnung“ bedeutet.

Um ein komplexes und authentisches Satzgefüge gemäß einer Hypotaxe zu erstellen, bedient man sich überwiegend Konjunktionen, die die einzelnen Satzteile zu einem komplexen Zusammenhang zusammenfügen.

Verschiedene Autoren und Schriftsteller bedienen sich dieser Form von Stilmittel in ihren Werken, wie zum Beispiel Heinrich von Kleist und Thomas Mann prägten ihre Werke mit zahlreichen Hypotaxen.

Ein Text, welcher überwiegend Hypotaxen enthält, wird in der Sprachwissenschaft als „hypotaktisch“ bezeichnet. Um die Authentizität eines Wissenschaftlich anspruchsvollen Textes zu erhalten, bietet die Hypotaxe ein sehr förderndes Stilmittel. Der Verfasser des Werkes wirkt somit sehr gebildet und der Text wirkt allgemein sehr „hochgestochen“, baut allerdings auch Distanz zum Leser auf und man ist in der Lage, auch unbedeutende Themen und eigene Unwissenheit so zu überspielen und die Illusion von Weisheit und Wissen zu erschaffen.

Heinrich von Kleist prägte seine Werke mit Hypotaxen

Heinrich von Kleist prägte seine Werke mit Hypotaxen

Das Gegenteil bildet die sogenannte Parataxe, welche eine Aneinanderreihung von ausschließlich Hauptsätzen bezeichnet. Parataxen konzentrieren sich nur auf das wesentliche und sind dementsprechend extrem kurze Sätze, daher wirken sie meist sehr einfach ausgedrückt und haben keinerlei höheren Anspruch, sind jedoch für jeden verständlich, anders als die Hypotaxen.

Auch wenn der parataktische Stil sehr differenziert und ein wenig trocken wirkt, so bietet er doch die Möglichkeit der zwingenden Darstellung einer linearen Argumentation und ist somit ein beliebtes Stilmittel bei Werbetexten, um die Einprägsamkeit durch die eingesetzten Hauptsätze zu gewähren und zu steigern.

Besonders in der literarischen Epoche des Realismus finden Parataxen häufig Verwendung, vor allem in Werken von Franz Kafka, verleihen die verwendeten Parataxen dem Text, einen besonderen Charakter.

Um den Unterschied von Hypotaxen und Parataxen noch einmal zu verdeutlichen, sind hier nun einige Beispiele aufgelistet:

Beispiele für Parataxen: Peter geht zur Schule. Er freut sich schon drauf.

Beispiele für Hypotaxen: Weil er es kaum erwarten konnte seine Familie wiederzusehen, welche in einem nun von ihm weit entfernten Land lebte, er sie somit nur noch äußerst selten zu Gesicht bekam, beeilte er sich, um so schnell wie möglich dort zu sein, dass er genügend Zeit mit seinen Lieben verbringen konnte.