Einleitung

Dieser Text gibt eine Einführung in die Bedeutung und den Gebrauch von Stilmitteln in der Literatur wieder. Stilmittel gibt es (in anderer Form) auch in Kunstformen wie z. B. der Musik oder der Malerei. Dieser Text behandelt jedoch in erster Linie die Stilelemente in der Literatur.

Dazu gehören sämtliche sprachlichen Elemente, die verwendet werden, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen, oder um einen charakteristischen Schreibstil zu formen. Grundsätzlich besitzt jede Literaturgattung ihren eigenen Stil. Märchen beginnen oft mit „Es war einmal…“, Gedichte haben einen anderen Satzbau als Romane, und so weiter.

Welche Stilmittel gibt es?

Es gibt eine große Anzahl von ganz unterschiedlichen Stilmitteln, die ich in diesem Rahmen nicht alle auflisten kann. Einige Stilmittel betreffen nur einzelne (Sprach-)Laute. Andere betreffen den Satzbau oder haben bildlichen oder symbolhaften Charakter. Im Folgenden eine Liste einiger ausgewählter Stilmittel mit kurzer Definition:

  • Anapher (gleiche Satzanfänge, Wiederholung eines Wortes)
  • Alliteration (Stabreim, gleiche Wortanfänge)
  • Ellipse (Weglassen eines (Satz-)Elements)
  • Hypotaxe („Schachtelsätze“ mit „obwohl“, „weil“, „welcher“, etc)
  • Ironie (Überspitzte Darstellung mittels gegenteiliger Formulierung)
  • Parataxe („Koordination“ mit „und“, „oder“, einfacher Satzbau)
  • Vergleich (bildhafte Darstellung eines Sachverhalts)

Dies sind nur einige wenige Stilmittel, die in der Literatur verwendet werden.
Diese Liste könnte noch um viele Einträge erweitert werden.

Beispiel – Realismus als Literaturform

Wie ich anfangs schon kurz erwähnt habe, gibt es unterschiedliche Stil-Richtungen innerhalb der Literatur. Jeder dieser Genres bedient sich gewisser Stilmittel. Der Schriftsteller Thomas Mann wird zum Beispiel einer Richtung namens „Realismus“ zugeordnet. Andere bekannte Schriftsteller dieser Literaturform sind G. Flaubert (Frankreich) und L. Tolstoj (Russland).

Das Ziel im Realismus liegt darin, die Welt möglichst objektiv und genau darzustellen. Viel Wert wird auf eine genaue Beschreibung der einzelnen Charaktere gelegt. Ein Stilmittel, welches Thomas Mann verwendet, ist die Ironie. Dinge werden dabei überspitzt dargestellt, um eine gewisse Wirkung beim Hörer zu erzeugen.

Der Satzbau ist oftmals verschachtelt (Hypotaxe), woraus ein sehr anspruchsvoller Stil erwächst, der vom Leser viel Aufmerksamkeit erfordert. Im Gegensatz dazu steht die Parataxe, die eher Satzteile aneinander reiht.

Man sieht: es gibt wohl keine Textform, die gänzlich ohne Stilmittel auskommt. Es kommt darauf an, wie häufig und auf welche Art sie eingesetzt werden.