Rhetorische Mittel gibt es in großer Zahl. Teilweise überschneiden sie sich in ihrer Anwendung.

Um alle rhetorischen Mittel zu kennen, wäre ein intensives Studium von Fachliteratur nötig, oder der Besuch eines Rhetorik-Seminars. Wäre es da nicht praktisch, die wichtigsten Stilmittel in einer Zusammenfassung kennenzulernen? Zugegeben: eine rhetorische Frage.

Verdichtung

Damit sind wir schon bei der Beschreibung unseres ersten rhetorischen Mittels. Die Ellipse wird im Alltag oft zur Verdichtung angewendet. Grammatikalisch richtig wäre:

[Das ist] eine rhetorische Frage.

Da wir jedoch den Redefluss vorantreiben möchten, bietet sich diese Aussparung an. Wenn Sie genau darauf achten, werden Sie in diesem Artikel noch mehr davon entdecken.

Auch Goethe bediente sich gern an rhetorischen Mitteln

Auch Goethe bediente sich gern an rhetorischen Mitteln

Der Nachtrag

Die Epiphrase ist ein rhetorisches Mittel zur Verdeutlichung oder Steigerung. In Goethes Egmont wird an einen syntaktisch vollständigen Satz eine Phrase gehängt:

Es ist ja ein Gottesdienst, eine Erbauung.

Das Gesagte bezieht sich in diesem Beispiel auf protestantische Psalme. Mit dem Nachtrag Erbauung legt Goethe seiner Figur die besondere Verehrung dieser Psalme in den Mund.

Mehrmals Wiederholtes

Wiederholungen prägen sich besser ein. Eindringliche Wirkungen können damit erzeugt werden. Wiederkommende Teile am Anfang eines Satzes nennen sich Anaphern, ans Ende gesetzt heißen sie Epiphern. In der Lutherbibel haben wir beides:

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Die Redundanz ist ein weiterer wichtiger Begriff in der Rhetorik, der mehrere Stilmittel des Überflusses in sich vereinigt. Dazu zählt die Tautologie, bei der Begriffe der gleichen Wortart gedoppelt werden:

Haus und Hof

Allerdings birgt dieses Mittel in sich nicht nur Floskeln. Eigene Kreationen sind einer Rede manchmal hilfreich und nützlich, wenn auch nicht immer notwendig und erforderlich.

Bilder sprechen lassen

Auch der Tropus, die Wendung, steht für mehrere rhetorische Mittel. Die Metapher beispielsweise lässt sich vielseitig verwenden, um etwas aus einem anderen Zusammenhang heraus zu dekorieren oder zu verschleiern. Als Versinnbildlichung kann sie auch zu einem besseren Verständnis beitragen. Wenn dem Zuhörer ein Lichtlein aufgeht, haben Sie es geschafft. Ähnliche Wirkungen lassen sich mit den rhetorischen Mitteln der Vergleiche erwirken. Eine Predigt Jesus aus dem Matthäus-Evangelium soll dies veranschaulichen:

Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Das Zitat gehört übrigens auch zu den rhetorischen Mitteln. Schließen wir mit Erich Kästner ab und fangen wir an:

Es gibt nichts Gutes

außer: Man tut es.