Xenophon, ein griechischer Feldherr, Politiker, Philosoph und Schriftsteller, wurde zwischen 430 und 425 v. Chr. in Athen geboren und stammte aus einer wohlhabenden Familie. Nach schriftlicher Überlieferung wurde er als bescheiden und gut aussehend bezeichnet.

Bereits in jungen Jahren schloss er sich, zwischen 410 und 401 v. Chr., dem griechischen Philosophen Sokrates als Schüler an. Obwohl diese Bekanntschaft 399 v. Chr. durch Sokrates Tod beendet wurde und somit nicht lange gedauert haben kann, hielt er Zeit Lebens an seinen Lehren fest.

Aus einem der Werke Xenophons, in dem er Xanthippe, die Ehefrau des Sokrates, als unleidliche und zänkische Ehefrau darstellte, ist dieser Name bis zum heutigen Tage der Inbegriff einer streitsüchtigen, zänkischen Frau geblieben.

Aus seiner Ehe mit Philesia hatte Xenophon zwei Söhne, die in Sparta erzogen wurden. Diodoros der Erstgeborene und Gryllos, sein Lieblingssohn, der bei einem Gefecht fiel.

Seine militärische Laufbahn

Angeheuert von dem griechischen Heerführer Proxenos von Theben, nahm Xenophon, zunächst als Zivilist ohne militärische Funktion, von 401-399 v. Chr., an dem Feldzug des persischen Prinzen Kyros gegen seinen Bruder, den Perserkönig Artaxerxes II. teil. Unsicher, ob er sich dem Zug der 10.000 griechischen Söldnern wirklich anschließen sollte, da es den Athenern sicherlich nicht gefiel, wenn er in den Dienst der Perser trat, reiste er, vor seiner Entscheidung nach Delphi, um das Orakel zu befragen.

Xenophon war ein griechischer Feldherr, Politiker, Philosoph und Schriftsteller

Xenophon war ein griechischer Feldherr, Politiker, Philosoph und Schriftsteller

Bereits 401 v. Chr. fiel Kyros in der Schlacht bei Kunxa am Euphrat, worauf hin der persische Satrapen Tissaphemes alle griechischen Offiziere ermorden ließ. Aus dem aufgelösten Heer versuchten sich die griechischen Söldner, unter der Führung Proxos von Theben, bis zum Schwarzen Meer durchzuschlagen. Als auch Proxos fiel, übernahm Xenophon die Führung und leitete das Heer bis nach Pergamon.

396 v. Chr. schloss sich Xenophon dem Feldzug des Spartanerkönigs Agesilaos gegen die Thebaner an und wurde deswegen nach der Schlacht bei Koroneia (394 v. Chr.) aus Athen verbannt. Er und seine Familie zogen sich, bis 371 v. Chr., auf sein Landgut in Skillus, bei Olympia, zurück. Anschließend lebte er in Korinth, obwohl seine Verbannung bereits aufgehoben war.

Seine wichtigsten Schriften

Auf seinem Landgut widmete Xenophon sich hauptsächlich seinen schriftstellerischen Werken. Man vermutet, wie bei Platon auch, dass Xenophons sämtliche Schriften erhalten sind. Wegen ihrer klaren und nüchternen Sprache waren besonders die Anabasis und die sokratischen Schriften sehr beliebt und gelobt und gelten dem attischen Griechisch, auch heute noch als Stilvorbild. Da Xenophon Augenzeuge einiger historischer Ereignisse war, befinden sich seine Werke im Interesse der modernen Geschichtsforschung.

Historische Werke

  • Anabasis
  • Hellinka
  • Agesilaos

Pädagogische und politische Schriften

  • Kyupädie
  • Hieron
  • Poroi
  • Lakedaimonier

Sokratische Schriften

  • Memorabilien
  • Symposion
  • Apologie

Ökonomische Schriften

  • Oeconomicus
  • De Vectigalibus

Reitlehren

  • Hipparchikos
  • Kynegetikos

In einigen Ländern, z. B. Italien, wird der Name Xenophon für das „X“ in der Buchstabiertafel benutzt.