Ebenso wie das Substantiv und das Adjektiv handelt es sich auch bei den Verben um eine Wortart. Verben sind im Unterschied zu anderen Wortarten unerlässlich für die Bildung eines Satzes. Zu unterscheiden ist primär die Wort- und die Satzebene. Der Begriff „Verben“ bezeichnet eine Wortart, während der Begriff „Prädikat“ die syntaktische Funktion eines Verbes innerhalb der Syntax (Satzstruktur) erklärt. Somit sind alle Prädikate im Satz automatisch Verben, nicht aber alle Verben im Umkehrschluss auch zugleich Prädikate.

Ein Beispiel:

Max und Susi spielen im Garten. (Bei dem Verb „spielen“ handelt es sich in diesem Beispielsatz um das Prädikat des Satzes. Isoliert betrachtet handelt es sich lediglich um eine Verbalform im Infinitiv [bzw. eine Verbalform in der 3. Person Singular Indikativ Präsens Aktiv]).


Konjugieren und Deklinieren

Während Adjektive, Substantive und Pronomen dekliniert werden können, können Verben ausschließlich konjugiert werden. Bei einer Konjugation handelt es sich um die Engleichung der Verbformen an die unterschiedlichen Personen. Konjugiert werden kann in allen Tempora. Eine konjugierte Verbform wird im Satz als ein finites Verb bezeichnet.

Beispiel: Konjugation des Verbes „spielen“ im Indikativ Präsens Aktiv:

ich spiele
du spielst
er / sie / es spielt
wir spielen
ihr spielt
sie spielen

Deklinieren bezeichnet im Gegensatz zum Konjugieren das Bilden der unterschiedlichen Kasusformen.

Das Partizip – die besondere Verbalform

Das Partizip nimmt unter den Verbalformen eine besondere Stellung ein. Der Begriff „Partizip“ leitet sich aus dem Lateinischen ab: participare = teilhaben, teilnehmen. Diese Übersetzung ist für die Wortart des Partizips Programm. Partizipien „nehmen an zwei unterschiedlichen Wortarten teil“. Somit kann man feststellen, dass Partizipien sowohl über Charakteristika eines Verbs, als auch über typische Merkmale eines Adjektivs verfügen.

Beispiel: der gelobte Politiker

Der Begriff „gelobt“ entstammt aus der Wurzel des Verbs „loben“. (Merkmal einer Verbform). Gleichzeitig beschreibt das Partizip das Susbtantiv „Politiker“ näher. Es handelt sich somit um ein Attribut. In seiner Funktion ersetzt das Partizip hier somit ein attributiv verwendetes Adjektiv. Einige Partizipien sind übrigens zu Adjektiven erstarrt, was den Verwandtschaftsgrad der beiden Wortarten zusätzlich belegen dürfte.

Im deutschen unterscheiden wir zwischen zwei unterschiedlichen Partizipien:


Partizip Perfekt Passiv: gelobt (Vorsilbe meist „ge“ oder „be“)
Partizip Präsens Aktiv: lobend (Bildungselement „nd“)