„Woyzeck“ ist ein Drama, welches von dem deutschen Autor Georg Büchner geschrieben wurde. Es soll zwischen Juni und September 1936 entstanden sein, aber da Büchner 1937 überraschend starb, wurde das Werk nie vervollständigt oder überarbeitet.

Worum es geht

Woyzeck verkörpert einen Soldaten Ende des 19.Jahrhunderts, dessen Leben in Elend teufelskreisartig den Bach runter geht.

Woyzeck verkörpert einen Soldaten Ende des 19. Jahrhunderts, dessen Leben in Elend teufelskreisartig den Bach runter geht.

Franz Woyzeck ist ein einfacher Soldat, der zusammen mit seinem Freund Andres bei ihrem Hauptmann als Bursche arbeitet. Weil er mit seiner Freundin Marie zusammenlebt und die beiden ein uneheliches Kind haben, muss der ohnehin etwas beschränkte Woyzeck sich sein Gehalt aufbessern, indem er sich einem Doktor als Versuchskaninchen hergibt. Sowohl der Hauptmann als auch der Doktor halten nicht viel von Woyzeck und machen sich über ihn und sein Leben lustig, obwohl dieser ihnen interlektuell bzw. menschlich überlegen ist. Als eines Tages aber ein Tambourmajor mit Marie anbandelt, wird Woyzeck misstrauisch und entwickelt Wahnvorstellungen. Diese weiten sich schließlich soweit aus, dass er seine Freundin ermordet und ihr gemeinsames Kind weggibt, damit es vor seinem Vater geschützt ist.

Über das Werk

Woyzeck gilt als ein Sozialdrama, das verschiedene Facetten des Lebens eines einfachen Soldaten ca. Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt. Unter anderem spielen die sozialen Stände der Hauptpersonen (unter anderem von Marie und dem Tambourmajor) und das gesellschaftliche Ansehen eine wichtige Rolle in dem Stück. Aber auch die Zerrissenheit des Menschens, die durch Woyzecks psychischen Verfall dargestellt wird, sollte von Büchern wohl hervorgehoben werden. Dabei hat der Dramatiker sein kurzes Werk wie ein Drehbuch für ein Theaterstück geschrieben. Es gibt unterschiedliche Szenen und die Handlung ist in Dialogform zwischen den einzelnen Figuren strukturiert.

Unterschiedliche Woyzeck-Zusammenfassungen & Auslegungen

Weil Georg Büchner starb, bevor er sein Werk Woyzeck veröffentlichen konnte, geht man davon aus, das es unvollständig ist. Es liegen lediglich Fragmente vor, die sich – von drei, vielleicht vier Szenen abgesehen – locker aneinanderreihen lassen. Dadurch entstehen teilweise andere Kontexte beim Lesen des Werkes, die zu unterschiedlichen Interpretationen führen. Mal wirkt der Doktor wie ein Freund, der nur über den armen Woyzeck spottet, mal wirkt er wie jemand, der den minderbemittelten Soldaten nur ausnimmt. Mal scheint Woyzeck seinen Mord aus Eifersucht begangen zu haben und ein anderes Mal, um Marie vor der gesellschaftlichen Ablehnung zu retten. Darüber hinaus lassen viele Anlehnungen und Zitate an andere Werke wie Goethes „Faust“ und Shakespeares „Hamlet“ Spielraum für unterschiedliche Theorien über Woyzeck und die Darstellung der Figuren zu. Büchners Werk ist somit ein literarisches Rätsel, auf das es keine eindeutige Antwort geben wird.