Georg Büchner, der nur 23 Jahre alt wurde, gilt heute als einer der bedeutendsten Literaten des Vormärz. Sein Drama „Woyzeck“, welches er nur als Fragment hinterließ, zählt heute zu den meistgespielten Dramen der deutschen Literatur.

Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Revolutionär

Georg Büchner begann in Straßbourg sein Medizin-Studium und kam auch in dieser Stadt mit den französischen Freiheitsgedanken in Berührung.

Georg Büchner begann in Straßbourg sein Medizin-Studium und kam auch in dieser Stadt mit den französischen Freiheitsgedanken in Berührung.

Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 im hessischen Goddelau als erstes von acht Kindern geboren. Durch eine medizinische Anstellung seines Vaters zog die Familie 1816 nach Darmstadt, wo Georg Büchner ab 1821 eine Privatschule besuchte, in der er u.a. in französischer, lateinischer und griechischer Sprache unterrichtet wurde.
Im November 1831 schrieb sich Georg Büchner in die medizinische Fakultät der Universität Straßbourg ein.
Durch verschiedene Erlebnisse und die Freiheitsgedanken in Frankreich trat er immer öfter für politische Veränderungen ein.

Im November 1833 wechselte Georg Büchner zur Universität Gießen, da er nur zwei Jahre im Ausland studieren durfte. Jetzt erlebte er die Schikanen der Obrigkeit aus unmittelbarer Nähe.
Das Studium in Hessen gefiel ihm nicht, da er sowohl mit den Lehrkräften als auch mit seinen Kommilitonen unzufrieden war.
Diese waren ihm zu wenig radikal. Zusammen mit anderen Studenten und Handwerkern gründete Büchner die „Gesellschaft für Menschenrechte“ nach französischem Vorbild. Ziel war ein Umsturz der politischen Verhältnisse, es schlossen sich aber nur wenige Mitglieder an.

1835 schrieb Georg Büchner in nur 5 Wochen „Dantons Tod“. Das Werk beschreibt das Scheitern der Französischen Revolution.
Danach floh er nach Straßbourg, da er mittlerweile aufgrund seiner politischen Tätigkeit in Deutschland steckbrieflich gesucht wurde.
1836 begann Büchner mit der Arbeit am „Woyzeck„, welche aber ein unvollendetes Fragment blieb.

Georg Büchner starb am 19. Februar 1837 in Zürich an Typhus.

Woyzeck – Zusammenfassung

Georg Büchners Dramenfragment Woyzeck ist nur in 31 Szenen von ihm überliefert und bot damit Historikern und Kritikern viel Freiraum für Interpretationen.
Franz Woyzeck, ein einfacher Soldat, versucht seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind finanziell zu unterstützen. Dafür arbeitet er auch bei seinem Hauptmann und läßt sich von einem skrupellosen Arzt auf Erbsendiät setzen.
Beide, Hauptmann und Arzt, nutzen Woyzeck aus und demütigen ihn in aller Öffentlichkeit.
Obendrein beginnt Marie eine Affäre mit einem Tambourmajor, was ihn zusätzlich lächerlich macht.
Woyzeck meint, innere Stimmen zu hören, die ihm befehlen, Marie zu töten. Er besorgt sich ein Messer und ersticht sie beim Spaziergang am Seeufer.

Woyzeck – Büchner

Woyzeck gilt nicht als klassisches Drama, durch die gewählte Sprache und das Verhalten gegenüber dem Hauptmann kann eindeutig ein Zusammenhang zu Georg Büchners Auflehnen gegen die Gesellschaft gesehen werden. Woyzeck verkörpert also Gedanken und Willen Büchners und ist somit das Testament eines viel zu jung gestorbenen Künstlers.