Bei der Zentrifugalkraft, oder auch Fliehkraft genannt, spricht man von einer Trägheitskraft. Diese ist von der Rotationsachse radial nach außen gerichtet. Die Zentrifugalkraft wird durch die Trägheit des jeweiligen Körpers verursacht. Das erste Gesetz von Isaac Newton beschreibt die Auswirkungen und diese sind sogar im Alltag jedes Individuums einfach zu erkennen. Ein Beispiel ist hierbei die Wäsche, die in der Wäscheschleuder trocken wird oder der Fahrer eines Motorrads, der sich „in die Kurve legen“ muss.

Einfach gesagt ist es so, dass sich die Zentrifugalkraft aus der Zentrifugalbeschleunigung ergibt, wenn diese mit der Masse multipliziert wird.

Die Zentrifugalkraft steht im dynamischen Gleichgewicht mit der Zentripetalkraft und wurde das erste Mal 1669 Christian Huygen abgeleitet. Nicht etwa von Newton, dieser beschrieb die Zentrifugalkraft eigenständig „erst“ nach Christian Huygen. Als Nachweis für die Existenz eines absoluten Raumes deutet Newton die ausbildende Form der Flüssigkeitsoberfläche in einem sich drehenden Wassereimer. Die Zentrifugalkraft ist proportional zur Masse des jeweiligen Körpers, dabei verhält sie sich auf die gleiche Weise wie die Gravitationskraft.

Die Passagiere in einem Kettenkarussell werden durch die Zentrifugalkraft nach außen gedrängt.

Die Passagiere in einem Kettenkarussell werden durch die Zentrifugalkraft nach außen gedrängt.

Technische Anwendung findet die Zentrifugalkraft beispielsweise bei der Zentrifuge, beim Fliehkraftpendel oder dem Fliehkraftregler. Es wird sogar so sein, dass die Zentrifugalkraft auf Raumstationen künftig die Schwerkraft ersetzen soll. Dabei soll es unerheblich sein wie groß die jeweilige Raumstation ist. Der Hauptgrund für dieses Vorhaben ist, dass Schwerelosigkeit schädlich für die menschliche Gesundheit sein kann, wenn die Person dieser über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist.

Hierfür gab es bereits 1966 den ersten Versuch. Die Gemini 11-Kapsel wurde damals mit der Agena-Raketenstufe verbunden und zwar durch ein 30 Meter langes Sicherheitsband und beide Objekte wurden in eine Kreisbewegung versetzt, die sie alle sechs Minuten um den eigenen Schwerpunkt rotieren ließ. Bei einer Raumstation würde es sich etwas anders verhalten. Hier würde ein „Bleilot“ von jedem Ort der Rotationsachse wegzeigen und dafür würden sich frei fallende Gegenstände in eine Richtung entfernen, die entgegengesetzt zur Rotationsrichtung der Raumstation liegt.

Als ein Beispiel könnte ein Gegenstand dienen, der horizontal geworfen wird. Dieser Gegenstand würde theoretisch ständig waagrecht weiter fliegen und zwar solange wie der Luftwiderstand vernachlässigt werden kann.