Vielleicht haben auch Sie sich bereits einmal selbst die Frage gestellt, ob sich die eigenen Sinne gezielt dazu nutzen lassen, um möglichst effektiv zu lernen. Hierfür ist es wichtig, sich einmal mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich zu überlegen, welche Stärken man besitzt – und ob vielleicht irgendwo Schwächen vorhanden sind.
Man unterscheidet zwischen verschiedenen Lerntypen: Jeder Mensch lernt anders und individuell bzw. nutzt seine Sinne auf seine ganz eigene Art. Wir stellen Ihnen hier die unterschiedlichen Lerntypen vor und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Stärken am besten nutzen.

Zuhören und lernen! Der Auditive Lerntyp ist weit verbreitet.

Zuhören und lernen! Der Auditive Lerntyp ist weit verbreitet.

Es gibt verschiedene Lerntypen – die wichtigsten Fakten zum Thema

Schon als junger Mensch wird man bemerken, dass Mitschüler auf eine ganz andere Art und Weise lernen wie man selbst: Während der eine sich den Stoff auf Karteikarten schreibt, prägt der andere sich alles durch Lesen ein – und wieder andere Schüler führen Experimente durch oder besprechen das Thema mit Freunden. Dass auch Kinder in der Schule nicht dasselbe Lerntempo haben, hat übrigens nichts mit der Intelligenz zu tun, wie oft vermutet wird – sie lernen einfach auf unterschiedliche Art.

Sowohl die Augen als auch die Ohren und der Geschmacks- bzw. Geruchssinn sind relevante Sinnesorgane, wenn es um das Lernen geht. Erst über diese Organe kann unser Gedächtnis die Informationen aufnehmen und abspeichern. Weil die Sinnesorgane bei jedem Menschen verschieden ausgeprägt sind, heißt dies, dass sich daraus auch verschiedene Lerntypen ergeben.

Wer nun möglichst effektiv lernen möchte, sollte darauf achten, so viele Sinne wie möglich dafür einzusetzen. Das macht auch Sinn, denn je intensiver und umfassender wir uns mit einem Thema befassen, desto mehr Informationen können wir uns einprägen. Achten Sie deshalb einmal darauf, wo Ihre Schwächen liegen. Sie wissen, dass Sie alleine vom Zuhören nicht viel mitbekommen? Dann bedeutet dies, dass Sie kein auditiver Lerntyp sind und lieber andere Sinne nutzen sollten, um sich den Stoff zu merken – Sie könnten in Fachliteratur lesen oder die Themen mit anderen besprechen. Probieren Sie es aus, um herauszufinden, welcher Lerntyp Sie sind. So können Sie Ihre Aufmerksamkeit bündeln und werden schnell merken, wie Sie am effizientesten lernen.

Der visuelle Typ lernt mit den Augen: Was er sieht, behält er im Gedächtnis!

Der visuelle Typ lernt mit den Augen: Was er sieht, behält er im Gedächtnis!

Die verschiedenen Lerntypen im Überblick

Auditiver Lerntyp

Der erste Lerntyp ist der auditive Lerntyp, der durch Hören lernt. Er kann sich durch Zuhören wichtige Informationen einprägen und diese auch im Kopf behalten bzw. bei Abfrage wiedergeben. Das Mitverfolgen von mündlichen Erläuterungen fällt ihm leicht und er kann plausibel Zusammenhänge erkennen zwischen den gesagten Worten. Am besten lernen auditive Lerntypen, indem Sie sich Texte vorlesen lassen oder sich selbst immer wieder vorsprechen.

Visueller Lerntyp

Der zweite Lerntyp ist der visuelle Lerntyp, der am besten lernt, wenn er das Wichtige mit den Augen verfolgen kann. Grafiken und Bilder unterstützen ihn dabei, Zusammenhänge zu begreifen. Gesagtes findet er zwar einleuchtend, er muss es dennoch visuell wahrnehmen können, um es umfassend verstehen zu können. Auch mit Literatur und geschriebenen Worten kommt er zurecht und kann diesen Stoff anschließend schriftlich gut wiedergeben.

Kommunikativer Lerntyp

Der dritte Lerntyp ist der kommunikative Lernende – er muss Gesagtes mit anderen Menschen diskutieren, um es zu verstehen. Vielleicht hinterfragt er auch das eine oder andere Thema oder informiert sich im Anschluss genauer darüber bzw. teilt neue Erkenntnisse mit Mitlernenden.

Lernen in der Gruppe: Vielen Hilft die Kommunikation untereinander

Lernen in der Gruppe: Vielen Hilft die Kommunikation untereinander

Motorischer Lerntyp

Der vierte Lerntyp ist der motorische Lernende. Wichtigen Stoff kann er sich am besten einprägen, indem er selbst Handlungsabläufe durchspielt oder Experimente durchführt. Auf diese Weise findet er selbst heraus, welche Ergebnisse bei bestimmten Aktionen erzielt werden. „Learning by doing“ ist seine Devise, ganz egal ob alleine oder auch mit anderen in der Gruppe.

Wie findet man seinen Lerntyp am besten heraus?

Es kommt sehr selten vor, dass jemand zu 100% einem bestimmten Lerntyp entspricht – denn das würde bedeuten, dass die anderen Sinnesorgane überhaupt keine Rolle spielen, wenn es um das Einprägen von Informationen geht. Daher sind Lerntypen in den meisten Fällen Mischtypen. Manche Menschen lernen am besten, wenn sie sich dazu selbst motivieren, andere dagegen, wenn sie unter Zeitdruck stehen und schnell fertig werden müssen. Während der eine gut mit Hintergrundgeräuschen beim Lernen zurechtkommt, benötigt der andere vollkommene Stille, um sich konzentrieren zu können – auch hier gibt es natürlich unzählige Mischtypen, die sich kaum eindeutig feststellen lassen.

Das Wichtigste ist jedoch, sich damit zu befassen, wie man selbst am effektivsten lernt. Sollte man sich bisher darüber unklar sein, hilft es, die verschiedenen Lernmethoden einmal selbst auszuprobieren – also motorisch, kommunikativ, visuell oder auch auditiv zu lernen.

Auch kann es dabei helfen, sich zu überlegen, wann Sie bisher die besten Erfolge erzielt haben – und wie Sie sich darauf am besten vorbereitet haben. Vergessen Sie nicht: Beginnen Sie frühzeitig, wenn Sie sich viel Stoff einprägen müssen. So können Sie sich zwischendurch selbst kleine Tests auferlegen und anschließend prüfen, wie erfolgreich die letzte Lernmethode war bzw. sie gegebenenfalls durch eine andere ersetzen, mit der Sie besser zurechtkommen. Und auch sich auf einen Lerntyp festzulegen kann fatal sein, da verschiedene Theorien je nach Lernstoff den Lerntyp für variierend halten!

Bildquelle: bigstock-ID-117325361-by-Minerva_Studio