Ein Studium für den Master of Business Administration –MBA Studium – kann an verschiedenen europäischen Universitäten begonnen werden. Wer sich dafür interessiert, sollte die entsprechenden Möglichkeiten ebenso wie die künftigen Berufsaussichten und die Kosten gründlich evaluieren. Die Anmeldungen zu MBA-Studiengängen sind 2014 in Europa gesunken, was auf die stagnierende Wirtschaft zurückgeführt wird. Großbritannien und Deutschland mit ihrer günstigen Konjunktur stemmen sich aber gegen den Trend, hier nimmt die Anmelderate zu. Wichtig zu wissen: Es gibt zwei Arten des Studiengangs, den traditionellen und den Executive MBA. Letzterer richtet sich an schon berufstätige Teilnehmer. Diese setzen vollkommen zu Recht auf die Lohnsteigerung nach dem Abschluss, die um 80 % betragen kann.

Was ist der MBA?

Es handelt sich beim Master of Business Administration um ein generalistisches, postgraduales Management-Studium. Dieses deckt die wesentlichen Managementfunktionen komplett ab. Die Geschichte dieser akademischen Richtung reicht bis ins Jahr 1902 zurück, dort erwarteten die ersten Absolventen in New Hampshire ihren MBA. Die Harvard University folgte als zweite Hochschule 1921 mit einem solchen Programm, kurz darauf gab es den MBA auch in Großbritannien. Ab den 1950er Jahren wurde die Ausbildung standardisiert und gewann an Bedeutung, seit 1990 gibt es sie in Deutschland (Universität des Saarlandes). Der MBA bildet Manager sehr umfassend aus, es gibt aber auch Spezialisierungen für Ingenieure, Juristen, Natur- und Geisteswissenschaftler sowie Mediziner. Vertreter dieser Fachrichtungen möchten sich mit dem MBA für hohe Managementpositionen oder Ämter qualifizieren. Auch Betriebswirte mit vorherigen anderen Spezialisierungen erwerben postgradual den MBA. Da dieser nach dem europäischen Bologna-System zur zweiten Stufe des europäischen Studiensystems gehört, ist ein vorheriger Bachelor oder eine adäquate Qualifikation erforderlich. Der MBA schließt mit dem Master ab und berechtigt zur Promotion, daher sind 300 ECTS (European Credit Transfer System) oder Gesamtstudienleistungen von fünf Jahren (MBA plus vorheriges Studium) zwingend.

Zulassungsbedingungen für den MBA

Die Zulassungsbedingungen sind uneinheitlich geregelt, jedoch ist eine formale Mindestvoraussetzung das abgeschlossene Hochschulstudium (Bachelor oder Diplom) plus einige Jahre Berufserfahrung. Es gibt einige europäische Hochschulen, die nicht auf dem Studienabschluss bestehen, wenn die Bewerber substanzielle Managementerfahrung mitbringen. Neben der schriftlichen Bewerbung gehören in einigen Hochschulen ein GMAT und ein Englischtest (IELTS oder TOEFL) zu den Zugangsvoraussetzungen. Einige Hochschulen – darunter deutsche Einrichtungen und Stanford, Wharton sowie das MIT – nutzen eine Graduate Record Examination, um Bewerber auszufiltern.

Executive MBA

Der Executive MBA kann berufsbegleitend und als Part-time MBA (Teilzeitstudium) erworben werden. Daher ist mit etwas mehr Studienzeit zu rechnen. Dieses Modell gibt es im In- und Ausland, es zeichnet sich durch seinen modularen Studienaufbau aus und kommt damit Studierenden entgegen, die nicht in Hochschulnähe wohnen. In Deutschland zählte man 2014 insgesamt rund 230 MBA-Programme und davon knapp 70 als berufsbegleitende MBAs. Ein Drittel dieser Teilzeit-MBAs ist so international ausgerichtet, dass die Unterrichtssprache Englisch ist. In etwa 25 % der deutschen Teilzeit-MBAs sind einige Semester im Ausland vorgesehen.

Für wen ist das MBA-Studium geeignet?

Wer sich im General Management weiterbilden möchte und eine Fach- und Führungslaufbahn anstrebt, kommt am MBA kaum vorbei. Das Bewerberspektrum muss aufgrund der Generalisierung vom Hochschulabsolventen bis zu langjährigen Führungskräften reichen und umfasst Absolventen und Berufstätige der unterschiedlichsten Fachrichtungen. Besonders stark vertreten sind jedoch (wie oben schon angedeutet) die folgenden Berufszweige und Ausbildungsrichtungen:

  • Ingenieure
  • Betriebswirte
  • Geistes- und Sozialwissenschaftler
  • Wirtschaftswissenschaftler
  • Juristen
  • Mediziner

Mit dem MBA können diese Absolventen ebenso eine internationale Karriere anstreben wie beispielsweise in die Partnerebene von Kanzleien oder Beratungsgesellschaften aufsteigen. Der richtige Zeitpunkt ist für den Beginn des Studiums recht bedeutsam, nach den Zugangsvoraussetzungen der meisten Universitäten und nach allgemeinen Empfehlungen sollten dem Studium einige Jahre Berufserfahrung vorausgegangen sein. Damit lässt sich die gelehrte Theorie mit eigenen Erfahrungen und dem Wissen anderer Studienteilnehmer assoziieren. Das unterstützt essenziell die praxisnahe Ausbildung. Bei längerer Berufserfahrung der Teilnehmer von Executive MBA Studiengängen kann der entsprechende Austausch sehr fruchtbar sein. Jedoch muss die finanzielle Einschränkung während des Studiums zum Lebenskonzept eines Teilnehmers passen. Auch sollten sich die Aufwendungen während der Berufstätigkeit amortisieren, weshalb ein Einstieg deutlich nach dem 40. Lebensjahr nicht empfohlen wird. Studieninteressierte, die vor internationalen Hürden keine Bedenken haben, können die europäische Universität als Möglichkeit der Weiterbildung nutzen .

Wie lange dauert das Studium?

Es gibt MBA Studiengänge über ein oder zwei Jahre, die beim Executive MBA verlängert werden können. Die Studierenden entscheiden sich vorab für ein Ein- oder Zwei-Jahres-Programm. Hierbei gibt es internationale Unterschiede, denn in den USA beginnen Studenten schon mit dem 21. bis 24. Lebensjahr – mithin nach Erststudium und kurzer Berufserfahrung – bei dem MBA-Studium in Deutschland, liegt das Einstiegsalter für den traditionellen MBA bei rund 28 Jahren. Das kommt Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Erststudiengänge entgegen, die zwischenzeitlich in Firmen genügen Praxiserfahrung sammeln können. Naturwissenschaftlern und Ingenieuren wird oft empfohlen, ein MBA Studium alternativ zum betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium zu wählen.

MBA Studium: einige Anbieter

Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern repräsentiert einen Querschnitt der Universitäten und Hochschulen mit dem Angebot eines MBA-Studienganges:

  • DBS Düsseldorf Business School
  • Euro-FH Hamburg
  • FOM Hochschule für Oekonomie
  • Fachhochschule Ludwigshafen
  • German Graduate School-of-Management and Law Heilbronn
  • HECTOR School Karlsruhe
  • HFU Hochschule Furtwangen
  • Hochschule Luzern (Schweiz)
  • Hochschule Niederrhein Krefeld
  • IST Studieninstitut Düsseldorf
  • International School of-Management (ISM) Dortmund
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg
  • Philipps-Universität Marburg
  • SRH Fernhochschule Riedlingen
  • TU München

 

 

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