Mittlerweile gehört es zum normalen Berufsalltag, dass nach der ersten Ausbildung weitere Bildungsetappen folgen, die allgemein unter Erwachsenenbildung zusammengefasst sind. Unter dem Begriff Weiterbildung, synonym für Erwachsenenbildung verwendet, werden alle Bildungsmaßnahmen für Erwachsene zusammengefasst. Die Erkenntnis der Notwendigkeit der Erwachsenenbildung hat sich in allen gesellschaftlichen Schichten durchgesetzt. Das ist auch ein Grund dafür, dass Weiterbildung allen Menschen offen steht, die den ersten Bildungsweg (allgemeine Schulbildung, erste berufliche Ausbildung) durchlaufen haben.

Zu den Institutionen der Erwachsenenbildung gehören unter anderem Volkshochschulen, Abendschulen, Kollegs, Abendgymnasien, aber genauso Fernschulen und Fernhochschulen. Neben den mit staatlichen Finanzmitteln betriebenen öffentlichen Einrichtungen der Erwachsenenbildung offerieren eine Vielzahl weiterer gewerkschaftlicher, betrieblicher, privater und kirchlicher Bildungseinrichtungen Angebote im Bereich Erwachsenenbildung. Kammern (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammern) komplettieren mit ihren Ausbildungsangeboten den Weiterbildungsmarktin Deutschland.

Die Abendschule nimmt bei der Erwachsenenbildung eine außerordentlich wichtige Stellung ein. Wer seine berufliche Situation verändern, die berufliche Tätigkeit dabei aber nicht unterbrechen möchte, entscheidet sich für die Weiterbildung in der Teilzeitvariante. Die Inhalte der Erwachsenenbildung beschränken sich nicht auf die berufliche Weiterbildung. Kursangebote gibt es auch zur allgemeinen und politischen Weiterbildung. Nicht wenige Teilnehmer an Weiterbildungskursen lernen für ein Ehrenamt, ihr Hobby oder ganz alltägliche Anforderungen. Weiterbildungsangebote erstrecken sich beispielsweise vom Meisterabschluss über das Lernen von Fremdsprachen bis hin zum Kochkurs.

Die Abendschule ist eine anerkannte Einrichtung für Berufstätige, die sich nach ihrem Feierabend auf die Schulbank setzen möchten. Die Motivation, sich zusätzlich zur beruflichen Belastung in einen Bildungskurs einzuschreiben, ist vielfältig. Es sind konkrete Abschlüsse, die man im Rahmen der Abendschulkurse erlangen kann. Außerdem gibt es spezielle Kurse (Technikerschule), die eine Aktualisierung des Wissensstandes in Spezialbereichen des eigenen Berufes zum Ziel haben. Die Möglichkeit zum Nachholen von allgemeinen Schulabschlüssen bieten spezielle Bereiche wie die Abendrealschule oder das Abendgymnasium.

Kurse an der Abendschule beinhalten Unterrichtseinheiten an einem oder auch mehreren Tagen pro Woche. Im Vergleich zum normalen Vollzeit-Schulunterricht ist mehr Eigeninitiative vom Teilnehmer gefordert. Beim Abendschulkurs sind Hausaufgaben üblich. Vor der Anmeldung zur Abendschule sollte der zukünftige Schüler Informationen über die Kosten einholen. Es gibt je nach Anbieter und Schultyp große Schwankungen bei den Kursgebühren. Staatliche Schulen kommen meist mit einem Unkostenbeitrag aus. Teilweise sind sie auch kostenlos. Bei der Zulassung zu Prüfungen fallen in der Regel extra Prüfungsgebühren an. Die Preisangebote bei privaten Trägern von Abendschulen sind so zahlreich wie die Kurse selbst. Jede Schule trifft individuelle Regelungen. Interessenten für die Erwachsenenbildung an einer Abendschule können unter Umständen finanzielle Unterstützung erhalten. Für Schüler und Studierende der Erwachsenenbildung gibt es die Möglichkeit, BAföG zu erhalten.