Laut dem Bildungsbericht aus dem Jahr 2012 haben 15–20 % aller Jugendlichen in Deutschland keine Chance, je einen Beruf in höheren Positionen zu erreichen. 3% der Schulanfänger werden gleich zu Schulbeginn in eine Förderschule gesteckt, sodass sie in ihrem Leben keine normale Schule zu Gesicht bekommen und noch nicht einmal die Chance auf einen Versuch haben, sich dort zu integrieren. Ein Drittel der Jugendlichen ohne Abitur bleiben auf dem Status des Schulabschlusses stehen und werden trotz Hilfsmaßnahmen nicht dahin gebracht, eine Ausbildung zu machen.

Dagegen zeigt der Bildungsbericht auch, dass es statistisch betrachtet immer mehr Schüler gibt, die ihr Abitur machen und ein Studium beginnen – doch anscheinend sind das noch lange nicht genug, wenn man sich die Zahlen der „anderen“ Sparten anschaut.

Vor allem Migrantenkinder haben es schwer, auch wenn der Bildungswille bei ihnen oft sogar deutlich ausgeprägter ist als bei den Kindern aus deutschem Hause. Oftmals werden Ausbildungsplätze noch immer lieber an Deutsche vergeben, auch wenn an allen Ecken geschworen wird, dieses Klischee entspreche schon lange nicht mehr der Wahrheit.

Es muss also mit der Bildung in Deutschland etwas passieren, wie auch immer wieder die PISA-Studien zeigen. Zwar hat sich seit der ersten PISA-Studie ein bisschen getan, aber es ist fraglich, ob es nun wirklich so erfreulich ist, dass die deutsche Bildung es jetzt nach neun Jahren seit der Studieneinführung endlich einmal ins „Mittelmaß“ geschafft hat. Vorher mussten wir uns mit dem Wort „unterdurchschnittlich“ auseinandersetzen, vor allem im Jahr 2000 ein Schock für alle Deutschen. Leider ergibt sich aus der Verbesserung der Ergebnisse nicht automatisch eine Besserung unserer Bildung. Lediglich wurde auf die getesteten Aufgaben seit 2000 mehr geschult, Lehrer konnten ältere PISA-Aufgaben aus dem Netz holen und sie gezielt mit den Schülern üben, ein Vorteil, der natürlich im Jahr 2000 noch nicht da war. Betrachtet man die Ergebnisse aus 2009 genauer, sind sie eigentlich immernoch schlecht. Vor allem im Bereich Lesen herrschen noch immer große Mängel.

Um sich und seine Bildung zu verbessern, bieten sich zahlreiche Maßnahmen an. Es gibt viele günstige oder kostenlose Angebote wie zum Beispiel Vorträge, Millionen Fachtexte im Internet, Lexika oder der Besuch von Weiterbildungsangeboten. An vielen Maßnahmen, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem akutell ausgeübten Beruf, beteiligt sich der Staat. Kinder und Jugendliche müssen beim Lernen besser unterstützt werden, wichtig ist, Hilfe von anderen zu bekommen und genügend Motivation zu entwickeln – diese kann zum Beispiel durch das Vorbild der Eltern entstehen oder durch das ganz einfache Belohnungsprinzip. Auch wer schon im Beruf steht, hat die Möglichkeit, zusätzlich eine Abendschule zu besuchen oder ein Fernstudium zu absolvieren, damit sich die späteren Berufschancen verbessern. Für Kinder ist es wichtig, schnell zu lernen, dass das Lernen auch Spaß machen kann und wirklich etwas bringt. Man könnte das Lernen mit spielerischen Elementen versehen und ihnen immer wieder Erfolgserlebnisse in Form von Lob verschaffen.