Fragen zur gesunden Ernährung stehen nicht nur im Fokus der Wissenschaft, sondern betreffen jeden Menschen. Viele Krankheiten sind ernährungsbedingt und dazu zählen nicht nur Übergewicht oder Diabetes. Als gefragte Fachleute rund um das Thema Ernährung finden Ökotrophologen vielfältige Möglichkeiten zur Beratung von Einzelpersonen oder Institutionen. Die Ökotrophologie ist die Wissenschaft von der Ernährung, mit wissenschaftlichen Methoden wird eine Verbindung zwischen Forschung und Alltagsbezug hergestellt. Neue, gesicherte Erkenntnisse der Ökotrophologie fließen unter anderem auch ein in die Produktion von Nahrungsmitteln, in allgemeingültige Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder in Empfehlungen für das Essen in Kantinen oder Schulen.

Ökotrophologen sind die Experten für gesunde, ausgewogene Ernährung

Ökotrophologie verbindet die Disziplinen  Ernährungswissenschaft und Haushaltswissenschaft

Ökotrophologie verbindet die Disziplinen Ernährungswissenschaft und Haushaltswissenschaft

Durch die direkte Einflussnahme auf das Ernährungsverhalten der Bevölkerung hat die Ökotrophologie auch großen Einfluss auf die Volksgesundheit. Diesem sehr hohen Anspruch und dieser Verantwortung muss die universitäre Ökotrophologie stets gerecht werden. Als ausgewiesene Experten für Ernährung sind Ökotrophologen nach ihrem Studium in verschiedenen Arbeitsbereichen vielseitig einsetzbar. Während des anspruchsvollen Studiengangs dreht sich nahezu alles um Nahrung, Essenszubereitung, Nahrungszusammensetzung, optimale Verwertung der Nahrung durch den Organismus oder Wirkung von Lebensmitteln und deren Inhaltsstoffen auf den Körper und auf die Gesundheit. Die Bedeutung von Ernährung für die Gesundheit wird heute leider immer noch unterschätzt. Die praktische Ökotrophologie kann deshalb auch im Sinne einer ganzheitlichen Ernährungsberatung medizinische Behandlungen gut ergänzen.

Ökotrophologie ist die Synthese aus Ernährungs- und Haushaltswissenschaft

Um eine ganzheitliche Erfassung von Ernährung sicherzustellen, bedarf es zweier Disziplinen, die im Studiengang Ökotrophologie eine maßgebliche Rolle spielen. Das sind die Ernährungswissenschaft und die sogenannte Haushaltswissenschaft, beide sind untrennbar miteinander verbunden. Für eine ganzheitliche, an menschlichen Bedürfnissen orientierte und gesundheitsfördernde Ernährung ist es erforderlich, beide Bereiche miteinander zu kombinieren. Die Ernährungswissenschaften beschäftigen sich mit sämtlichen Fragestellungen aber auch Problemlösungen, welche mit Vorgängen zur Ernährung, zur Verdauung oder zum Stoffwechsel bei Menschen oder auch Tieren zusammenhängen. Auch die Nahrungsverwertung von Pflanzen ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung. So untersuchte eine Studie der Hochschule Osnabrück die „Auswirkungen der Digitalisierung auf Haushalts- und Ernährungswissenschaften“.

Ökotrophologie sucht Lösungswege für individuelle Ernährungsprobleme

Ökotrophologen sind als Ernährungswissenschaftler immer auch dann gefragt, wenn es um die optimale Ernährungsweise von Kindern, Heranwachsenden, Erwachsenen oder Senioren geht. Auch radikalere Ernährungsformen, wie beispielsweise der Vegetarismus oder der Veganismus werden von Ernährungswissenschaftlern genau untersucht. Als Haushaltswissenschaftler wissen ausgebildete Ökotrophologen auch ganz genau, worauf es bei der Haushaltsführung wirklich ankommt. Das Studium ist also ganzheitlich angelegt und betrifft somit nicht ausschließlich Ernährungsfragen. Denn studierte Ökotrophologen wissen um die sozialen, betriebswirtschaftlichen oder auch technischen Probleme, die in Haushalten auftreten können. Daraus ergeben sich stets auch Lösungsansätze zur Optimierung der Ernährung und Haushaltsführung. Aus wie vielen Personen ein Haushalt dabei besteht, ist für eine umfängliche ökotrophologische Beratung zunächst nebensächlich.

Grundlagenfächer sind für ein Zusammenhangverständnis unbedingt erforderlich

Privathaushalte mit nur einer Person können genauso gut und effizient beraten werden, wie Großküchen, Mensen oder Kantinen. Die praktische Durchführung von Änderungen aufgrund der Empfehlungen einer Ernährungsberatung ist zweifellos eine Herausforderung, besonders dann, wenn sich schädliche Essgewohnheiten über Jahre manifestiert haben. Doch die Ergebnisse können sich sehen lassen und sind für alle Beteiligten, auch unter Kostengesichtspunkten, eine Bereicherung. Der Einstieg ins Studium der Ökotrophologie beginnt notwendigerweise mit Grundlagenfächern, welche ein vertieftes Verständnis für die Zusammenhänge medizinischer und physiologischer Belange vermitteln. Auf dem Lehrplan stehen daher unter anderem die Fächer Anatomie, Physiologie, organische und anorganische Chemie, Mikrobiologie, Lebensmitteltechnologie, Biochemie sowie Mathematik und Physik.

Ökotrophologen haben vielfältige Berufsmöglichkeiten

Neben diesen naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern umfasst das Studium der Ökotrophologie wegen der großen volkswirtschaftlichen Bedeutung aber auch sozialwissenschaftliche Disziplinen wie beispielsweise Beratungsmethodik, Didaktik, Supervision bis hin zu Statistik und Volkswirtschaftslehre. Für jedes Individuum sollten Fragen der Ernährung essenziell sein, Ernährung geht also tatsächlich jeden etwas an.

Wer sich für den Studiengang Ökotrophologie interessiert, sollte ein ausgeprägtes Interesse bzw. eine Affinität rund um das Thema Ernährung mitbringen.

Darüber hinaus sind eine gewisse naturwissenschaftliche Begabung sowie ein allgemeines Interesse an Fächern der Naturwissenschaft unabdingbare Voraussetzung. Nicht wenige angehende Ökotrophologen haben vor der Aufnahme ihres Studiums bereits einen Beruf erlernt, welcher in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit dem Thema Ernährung steht.

Ökotrophologie ist weiblich

Dazu gehören beispielsweise die Berufsbilder Hauswirtschaft, Koch, Fleischer, Bäcker, Konditor oder Diätassistent. In der gymnasialen Oberstufe können bis zum Abitur durch eine bestimmte Fächerwahl ebenfalls schon die richtigen Weichen für ein späteres Studium der Ökotrophologie gestellt werden. Wer als Abiturient Leistungskurse in Chemie, Physik oder Biologie gewählt hat, wird später einen leichteren Zugang für den naturwissenschaftlichen Studiengang der Ökotrophologie finden. Obwohl wissenschaftlich ausgerichtet, verliert die Ökotrophologie auch in Forschung und Lehre niemals den Alltagsbezug. Denn die besten Erkenntnisse zum Thema Ernährung nützen letztendlich nichts, wenn sie nicht praktisch umgesetzt werden. Der Frauenanteil im universitären Studienfach Ökotrophologie wird von den Fakultäten als hoch angegeben, er beträgt im Durchschnitt etwa 90 %.

Ernährungsberatung und Prävention sind zwei Eckpfeiler der Ökotrophologie

Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums sind die Absolventen der Ökotrophologie qualifiziert für ein breites Einsatzspektrum. Es gibt also eine Vielzahl an potentiellen Aufgaben für Ökotrophologen. Sie sind beispielsweise in gastronomischen Betrieben, im Gesundheitswesen, also Krankenhäusern oder Heimen oder in der Lebensmittel- und Ernährungsindustrie tätig. Ebenfalls können Behörden oder Verbraucherzentralen sowie Unternehmen zur Gesundheitsförderung oder Ernährungsberatung potentielle Arbeitgeber für studierte Ökotrophologen sein. Weitere berufliche Einsatzgebiete sind beispielsweise die Marktforschung, chemische Laboratorien, Qualitätskontrolle oder Produktentwicklung.

Auch der Weg in die berufliche Selbstständigkeit steht offen

Außerdem steht den Ökotrophologen auch der Weg in die berufliche Selbstständigkeit offen. Diese Option wird aber meist nicht direkt nach dem Studium gewählt, sondern erst dann, wenn bereits einige Jahre Berufserfahrung als Ökotrophologe gesammelt werden konnten. Selbstständige Ökotrophologen sind vor allem beratend tätig. Im Fokus der selbstständigen Tätigkeit stehen also Ernährungstherapie und Ernährungsberatung. Auch Maßnahmen zur Prophylaxe und Prävention von ernährungsbedingten Krankheiten stehen dabei im Vordergrund.

Ökotrophologen arbeiten eng mit Medizinern oder Psychologen zusammen

Wenn es um eine Ernährungsumstellung geht, arbeiten Ökotrophologen ganz im Sinne von Patienten auch eng verzahnt mit anderen Fachdisziplinen zusammen. Gerade wenn es beispielsweise um die Behandlung von Magersucht, Fettsucht oder anderen ernährungsbedingten Krankheiten geht, leistet der Ökotrophologe in Zusammenarbeit mit Psychologen oder Ärzten einen unverzichtbaren Beitrag. Die Studenten können bereits während des Studiums persönliche Interessenschwerpunkte setzen. Für den späteren beruflichen Weg ergibt sich daraus der Vorteil, dass die entsprechenden Praxiskontakte zu den Unternehmen und Institutionen bereits während des Studiums geknüpft werden können.
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