Bei einigen Airlines reicht es tatsächlich aus, eine Pilot Fachhochschulreife zu absolvieren. Diese normale Fachhochschulreife genügt jedoch nicht bei allen Unternehmen, weswegen man sich vorher unbedingt genau über die Aufnahmevorraussetzungen informieren sollte. Lufthansa zum Beispiel hat sehr strenge Aufnahmekriterien, bei Air Berlin kann für den Pilot Fachhochschulreife ausreichen. Die Bedingungen der Ausbildung zum Piloten sind bei jeder Airline unterschiedlich. Neben der Ausbildung bei einer Airline kann man sich auch bei der Bundeswehr, bei privaten Pilotenschulen oder im Ausland ausbilden lassen. Die meisten bevorzugen jedoch die Ausbildung bei der Airline.

Häufig müssen die Ausbildungskosten komplett oder zumindest teilweise selbst finanziert werden. Das können sehr hohe Summen sein, bei Air Berlin zum Beispiel zahlt man durchschnittlich einen Eigenanteil an 60.000 Euro. Vor jeder Ausbildung steht nach der Pilot Fachhochschulreife ein Eignungstest, der bestanden werden muss bevor überhaupt mit der Ausbildung begonnen wird. Häufig wird davor schon online eine Vorauswahl getroffen. Bei dem Eignungstest werden englische, physikalische, mathematische und technische Fertigkeiten geprüft, außerdem geht es dabei auch um soziale Fähigkeiten wie Teamgeist, Belastbarkeit und Kommunikationsfähigkeit. Vieles davon wird nach der Pilot Fachhochschulreife auch schon in einem speziellen Online-Test abgefragt, den man auch erstmal bestehen muss um zum eigentlichen Eignungstest zugelassen zu werden. Die Aufnahmekriterien sind also sehr streng.

Während der Ausbildung, die nach der Pilot Fachhochschulreife und nach dem bestandenen Eignungstest stattfindet, wird der angehende Pilot nun theoretisch und praktisch auf seinen Beruf vorbereitet. Die Ausbildung läuft je nach Ausbildungsbetrieb unterschiedlich und es werden verschiedene Konzepte verfolgt. Die bekannte Air Berlin Flight School zum Beispiel vermischt den theoretischen und praktischen Unterricht und beides verläuft in verschiedenen Phasen. Zuerst folgt immer der theoretische Teil, direkt danach wird dieser in der Praxis geübt. Man muss verschiedene Prüfungen bestehen, zum Beispiel den PPL (Privatpilotenlizenz) Checkflug, danach folgt die Prüfung für die ATPL, die Airline Transport Pilot License. Lufthansa dagegen hat bei der Ausbildung nach der Pilot Fachhochschulreife und dem bestandenen Test eine andere Vorgehensweise. Hier werden Theorie und Praxis klar getrennt, die theoretischen Prüfungen für die PPL und die ATPL werden zusammen in einer Prüfung absolviert und erst anschließend erfolgt der praktische Teil, der in Amerika stattfindet. Je nach genauem Berufsziel der Pilot Fachhochschulreife dauert die Ausbildung meist mindestens zwei Jahre. Die angehenden Bewerber mit einer Pilot Fachhochschulreife und einer bestandenen Ausbildung müssen sich meist über eine Anstellung keine Sorgen machen. Gute Piloten werden immer gesucht und häufig noch während der Ausbildung fest eingestellt.