Die Systemgastronomie ist eine Form der Gastronomie. Genauer gesagt ist sie eine Mischung aus Produktion und Dienstleistung – meist verbunden mit mehr als einer Filliale. Sie zeichnet sich vor allem durch Standardisierung der Prozesse und eine zentrale Steuerung aus. Ihre Ziele sind gleichbleibendes Niveau bei all ihren Kunden (egal in welcher Stadt oder in welchem Land das Essen gekauft wird) und Ökonomie im Betrieb.

Was bedeutet Standardisierung?

In jeder Filiale werden die Kunden mit dem gleichen Service behandelt. Wenn es beispielsweise in Köln zu jeder Kinderportion ein Spielzeug dazu gibt, wird es in Berlin nicht anders sein. Die Gäste erhalten auch die gleichen Speisen in gleicher Qualität. Das kann bedeuten, dass die Portion im einen Ort genauso groß ist, wie im anderen. In der Küche werden in allen Filialen dieselben Rezepte verwendet. Wird die Tomatensuppe hier mit Sahne verfeinert, wird sie es dort auch. Außerdem erhalten die Gäste einheitliche Speisekarten. Bei der Gestaltung der Umgebung muss sich natürlich ebenfalls an die Standards gehalten werden. Zur Umgebung können zum Beispiel die Einrichtung, die Gestaltung der Außenfassade und die Arbeitskleidung gehören.

Was bedeutet zentrale Steuerung?

Es gibt eine Zentrale, die der Dreh- und Angelpunkt für alle Filialen ist. Hier werden die Konzepte erstellt und verändert, Regeln für den Umgang mit Kunden und Lebensmitteln festgelegt und Marketingkampagnen entwickelt. Auch der Einkauf findet hier statt. Außerdem werden in der Zentrale die Regeln des Qualitätsmanagements erstellt.

In allen vorhandenen Restaurants müssen die zentral festgelegten Standards eingehalten werden. Mehrere Lokale, die beispielsweise unterschiedliche Speisekarten anbieten, können nicht dazu gezählt werden.
Eine Abgrenzung zum Hotelgewerbe besteht darin, dass kein Beherbergungsbetrieb für die Gäste geleistet wird.

Vor der Ausbildung

Wer sich für den Beruf der Fachkraft – Systemgastronomie interessiert, sollte sich zunächst über ein paar Punkte Gedanken machen:

  • Man hat oft Kontakt mit Kunden. Wer sich unter Menschen nicht wohlfühlt, sollte seine Berufswahl noch einmal überdenken.
  • Zur Tätigkeit gehört nicht nur das Bedienen von Kunden. Auch Arbeiten in der Verwaltung, z. B. die Planung des Personaleinsatzes, fallen an.
  • Viele Menschen möchten nicht nur bedient sondern auch beraten werden. Ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz sollte vorhanden sein.
  • Für Werbemaßnahmen ist es notwendig, das Kundenverhalten zu beobachten.
  • Es wird mit Lebensmitteln gearbeitet. Daher sollte ein grundlegendes Hygienebewusstsein vorhanden sein.
  • Es können unregelmäßige Arbeitszeiten bestehen.
  • Zu Stoßzeiten kann es manchmal hoch hergehen – Stress gehört meistens dazu in der Systemgastronomie.
  • In einer Küche kann es laut werden und es riecht dort immer nach den zubereiteten Speisen.

Ausbildungsinhalte findet man im Ausbildungsrahmenplan.

Während der Ausbildung

Welche Lerninhalte werden vermittelt?

Generell ist es die Aufgabe von Fachkräften, dafür zu sorgen, dass die vorgegebenen Standards in den Restaurants eingehalten werden. Die Auszubildenden lernen, wie mit Kunden umzugehen ist. Zum Beispiel wie sie Gäste ansprechen sollten, wie Beschwerden korrekt angenommen werden oder was beim Bezahlvorgang zu beachten ist. Damit sich die Gäste wohlfühlen, sollte der Gastraum schön hergerichtet sein. Auch das lernt man in der Ausbildung. Außerdem gehört das Zubereiten von einfachen Speisen dazu. Lerninhalte wie Hygieneregeln und Besonderheiten der Lebensmittel werden hierzu vermittelt. Bevor die Speisen jedoch zubereitet werden können, müssen sie zunächst angeliefert werden. Die Fachkräfte wissen, wie sie die Ware annehmen und vor allem lagern sollten. Aber auch Aufgaben in der Verwaltung gehören zur Ausbildung dazu: Planung und Organisation der Abläufe, Personalwesen und Kostenkontrolle.

Wo wird ausgebildet?

Überall, wo die Systemgastronomie zum Konzept gehört, kann ausgebildet werden. Das kann zum Beispiel in Restaurants, im Catering oder in Küchen der Fall sein. Da der Ausbildungsberuf ein dualer ist, findet ein Teil der Ausbildungszeit in der Schule statt.

Nach der Ausbildung

Wo sind Fachkräfte – Systemgastronomie angestellt?

Sie arbeiten zum Beispiel in Full-Service-Restaurants. Dort wird der Kunde am Tisch bedient und der Kellner sieht immer wieder einmal nach, ob noch etwas benötigt wird. Fachkräfte sind aber auch in Cateringunternehmen, die professionell eine Bereitstellung von Speisen und Getränken an einem vereinbarten Ort anbieten, und Fastfoodketten zu finden. Letztere bieten Essen in kurzer Zeit und zum Mitnehmen an.

Wie hoch ist der Verdienst?

Der durchschnittliche Verdienst liegt monatlich bei 2245,00 € brutto.

Wie sieht die berufliche Perspektive aus?

Die Branche erlebt derzeit einen Aufwärtstrend. Der Umsatz lag 2011 bei ca. 8,7 Milliarden Euro. Dabei besitzt vor allem der Bereich der Fastfoodketten einen großen Marktanteil. Es gibt 2 verschiedene Wege, daran teilzuhaben: die Selbstständigkeit oder die Anstellung.

Viele Restaurantketten bieten Franchising an, wobei der Selbstständige zum Franchisenehmer wird. Das bietet einige Vorteile. Zum Beispiel bekommt man ein fertiges Konzept gereicht und muss sich nicht erst Gedanken um ein eigenes machen. Für den Bekanntheitsgrad des Restaurants muss nicht erst gesorgt werden, den hat es zumeist schon. Aber auch eine Anstellung ist möglich. Dort gibt es gute Aufstiegschancen, z. B. zum Filialleiter. Einige Unternehmen verlangen für höhere Positionen allerdings eine betriebswirtschaftliche Zusatzausbildung wie die zum/zur Betriebswirt/in für Catering/Systemverpflegung.