Eine Umschulung ist im Grunde eine verkürzte Ausbildung, die man machen kann, wenn man bereits vorher schon einen Beruf erlernt hat. Durch die vorhergegangene Erfahrung in der Arbeitswelt fallen meist einige Aspekte der Ausbildung weg, sodass sie daher kürzer gefasst werden kann.

Eine Umschulung kann man zum Beispiel machen, wenn man den ursprünglichen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann oder in diesem keinen Arbeitsplatz mehr findet. Auch, wenn man mit seiner Arbeit im Laufe der Zeit unzufrieden geworden ist, kann man eine Umschulung machen. Sie gehört zum Bereich der „Beruflichen Weiterbildungen“. Anregungen für Jobs in verschiedenen Bereichen wie Marketing und Kommunikation, Bildung und Soziales oder Administation und Sekretariat findet man hier.

Oftmals wird eine Umschulung finanziert. Das könnte zum Beispiel die Agentur für Arbeit oder die Bundeswehr tun, oder sie gilt als Reha-Maßnahme und wird von der Deutschen Rentenversicherung, der Berufsgenossenschaft oder anderen Versicherungen bezahlt.

Es gibt drei Formen der Umschulungen: die betriebliche, die schulische oder die überbetriebliche Umschulung. Bei der betrieblichen Variante wird wie bei einer ganz „normalen“ Ausbildung eine Schule besucht und parallel dazu im Betrieb gearbeitet. Die schulische Methode findet, wie der Name schon sagt, nur in einer Schule statt. Dabei gibt es allerdings auch keine Ausbildungsvergütung. Um praktische Erfahrungen zu sammeln, sind hier Praktika angesetzt, die durchlaufen werden müssen. Die überbetriebliche Ausbildung findet bei einem Bildungsträger statt, bei dem der Schüler in Übungswerkstätten- oder firmen den gewünschten Beruf erlernt. Manche Umschulungen werden auch in Kooperation mit Abendschulen angeboten.

Wer eine Umschulung machen möchte, kann sich am besten erst einmal bei der Agentur für Arbeit erkundigen. Dort kann man abklären, welche Ausbildungen überhaupt möglich wären und wie das Angebot auf dem Markt aussieht. Man bekommt viele Infomaterialien und auch gleich eine Liste mit freien Ausbildungsstellen. In Zeitungen kann man an den Wochenenden oft Angebote von Bildungsinstituten finden oder man kann sich bei einem der Berufsförderungswerke in Deutschland nach angebotenen Kursen umschauen.

Eine Förderung der Umschulung ist nicht immer möglich. Es muss von Seiten des Förderers eine „Förderungswürdigkeit“ vorliegen, also triftige Gründe für die Umschulung. Sofern ein Leistungsträger einer Finanzierung aber zugesagt hat, wird dieser auch alle anfallenden Kosten übernehmen, zum Beispiel Fahrtkosten, Unterhalt, die Sozialversicherungen und ggf. Unterbringungskosten. Erlangt man von niemandem eine Zusage, kann eine Umschulung leider ziemlich teuer werden, sodass man genau kalkulieren sollte, ob wirklich eine Ausbildung oder doch eher Kurse an einer Abendschule besucht werden sollten.