Millionen Deutsche sind auf Arbeitssuche. Und dennoch verzichten viele auf Tausende freie Stellen – nur weil diese von Zeitarbeitsfirmen stammen. Doch wer genau hinschaut, wird die vielen Vorteile der Zeitarbeit sehen und wie er sie für seine Laufbahn nutzen kann.

Vorteile richtig nutzen, statt an Klischees zu vertrauen

Bei der Zeitarbeit handelt es sich um ein Dreiecksverhältnis zwischen Arbeiternehmer, der bei der Zeitarbeitsfirma angestellt ist, sowie dem Entleiher. Für die Arbeit, die der Arbeitnehmer beim Entleiher verrichtet, erhält die Zeitarbeitsfirma ein Entgelt, das sie nach Abzug eines Abschlages für die eigenen Aufwendungen an den Arbeitnehmer weiterleitet. Angesichts des großen Pools zur Verfügung stehender Zeitarbeitsplätze bedeutet Zeitarbeit für den Arbeitnehmer in erster Linie die Chance, endlich die Arbeitslosigkeit hinter sich zu lassen. Auch Nicht-Arbeitslose profitieren von der Zeitarbeit, indem sie durch die Verleihung an unterschiedliche Unternehmen möglichst viel Erfahrung sammeln, ohne dabei immer kündigen zu müssen, was im Lebenslauf sonst einen falschen Eindruck hinterlässt. Seitdem sich im Bereich Zeitarbeit und Personalvermittlung viel getan hat, profitieren Arbeitnehmer umso mehr. Beispielsweise gilt seit Anfang 2012 ein Mindestlohn von 7,89 Euro pro Stunde im Westen sowie 7,01 Euro pro Stunde in den neuen Bundesländern.

Die Zeitarbeit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor deutscher Unternehmen

Die Vorteile auf der Seite des Entleihers sind ebenso offensichtlich. Der wohl wichtigste Aspekt, der für geliehene Arbeitskräfte spricht, ist, dass Unternehmen flexibel auf Nachfragespitzen reagieren können. Kommen mehr Aufträge, als mit dem bestehenden Personal abgearbeitet werden können, sorgen die zusätzlichen Arbeitskräfte aus der Zeitarbeit für neue Kapazitäten. Dabei müssen sich die Unternehmen nicht einmal um die Auswahl richtiger Bewerber kümmern; das nimmt ihnen die Zeitarbeitsfirma schon ab, indem sie nur geeignete Arbeitnehmer schickt. Sollte die Nachfrage wieder zurückgehen, können Zeitarbeitskräfte wieder abbestellt werden, ohne dass das Kündigungsschutzgesetz beachtet werden müsste, was normalerweise Kündigungen verbietet. Und sollte während der Arbeitszeit die bestellte Arbeitskraft erkranken oder aus einem anderen Grund nicht arbeiten können, muss der Entleiher nicht etwa das Arbeitsentgelt eines nicht arbeitenden Angestellten weiterzahlen, sondern kann von der Zeitarbeitsfirma eine Ersatzkraft verlangen. Bei geeigneten Arbeitskräften steht es Unternehmen offen, diese dauerhaft einzustellen, was dann der Zeitarbeitsfirma die Funktion einer Personalvermittlung zukommen lässt.