Der Fachkräftemangel ist in aller Munde – einer Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos AG zufolge könnten 2015 1,3 Millionen Stellen für Menschen mit beruflicher Bildung unbesetzt sein. Zugleich fragen sich alljährlich junge Menschen, was die Zukunft für sie bereithält. In welchen Bereichen tun sich Chancen auf, und welche Berufe sollten sie ergreifen?

Wachstumsbranchen mit Fachkräftebedarf in der nächsten Zukunft

Die von der Prognos AG in ihrer Studie identifizierten Branchen sind Ingenieurswesen, Logistik, Gesundheitswesen und Bildung. Während viele Berufe in diesen Branchen ein Hochschulstudium erfordern, gibt es aber im Bereich der Logistik wie auch dem Gesundheitswesen auch diverse Ausbildungsberufe.
Besonders vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung ist der Fachkräftebedarf im Gesundheitsbereich hoch. In diesen Bereich fallen klassische Pflegeberufe, Physiotherapie, aber auch Wellnessberufe. Auch in „klassischeren“ Ausbildungsfeldern gibt es oft Fachkräftemangel, der sich von Region zu Region allerdings stark unterscheiden kann. Im Bereich Bäckereihandwerk, Gastronomie und auch Garten- und Landschaftsbau sind gute Auszubildende oft händeringend gesucht.

„Klassischer Weg“ zum Berufsabschluss mit Ausbildungsbetrieb?

Noch immer ist der Weg über den klassischen Ausbildungsbetrieb in einer dualen Ausbildung zum Berufsabschluss der erfolgversprechende. Eine oft unbekannte, aber durchaus nicht uninteressante Alternative für eine Reihe technischer Berufe, die in Zukunft sicher weiter gefragt sein werden, stellt eine Ausbildung bei der Bundeswehr da: in sieben Metallberufen bietet die Bundeswehr Ausbildungsplätze.

Voraussetzung für alle Berufe: eine solide Grundbildung

Ganz oft klagen Ausbildungsbetriebe nicht bloß über einen Mangel an Bewerbern, sondern über einen Mangel an hinreichend qualifizierten Bewerbern, da die Schüler nach der Schule oft nicht hinreichend lesen, schreiben und rechnen können. 2011 wies die leo.-Level-One-Studie für Deutschland 14,5 % funktionale Analphabeten – Menschen, die keine einfacheren, zusammenhängenden Texte lesen und schreiben können – aus. Rechnet man grob fehlerhaftes Deutsch hinzu, kommt man auf gut 40 %. Diese elementaren Kenntnisse sind in allen Branchen der Schlüssel zum Erfolg. IT-Kompetenzen sowie solide Englischkenntnisse sind in Zukunft in immer mehr Bereichen jedoch ebenfalls grundlegend.