Diverse Untersuchungen haben gezeigt: Deutsche Schüler fühlen sich oft überfordert und gestresst. Gerade im Zusammenhang mit der Schulreform G8, nach der das Abitur nun in 12 statt vormals 13 Jahren erlangt wird, wird der Leistungsdruck für viele Schüler immer größer. Immer mehr Eltern bemühen sich daher um gute Nachhilfe für ihre Sprösslinge, was aber nicht immer von Erfolg gekrönt ist, denn es gibt diverse Faktoren, die beachtet werden wollen, damit Nachhilfe produktiv ist und die gewünschten Ergebnisse zeigt.

Aber auch ältere Schüler, beispielsweise jene, die zu einem späteren Zeitpunkt einen Schulabschluss nachholen möchten, stehen vor den gleichen Problemen. Oft liegt bei ihnen der letzte Schulbesuch auch schon einige Zeit zurück, sodass ihnen das Unterrichtskonzept noch viel fremder ist. Auch für sie kann Nachhilfe eine sinnvolle Option sein.

Besonders ausländische Mitbürger, die hier einen qualifizierten Abschluss erwerben möchten, haben oftmals einen großen Aufholbedarf, was die deutsche Sprache angeht. Speziell in Großstädten mit hohem Ausländeranteil ist somit Nachhilfe in Deutsch sehr gefragt. So gibt es beispielsweise eine überdurchschnittliche Nachfrage nach Nachhilfe in Deutsch in Berlin oder auch im Ruhrgebiet. Ansonsten sind es in der Regel die normalen Hauptfächer wie Mathe, Englisch und andere Fremdsprachen, die den Schülern die meisten Schwierigkeiten bereiten und somit auch am meisten Bedarf an Nachhilfe generieren.

Hat man sich nun für Nachhilfe entschieden, sollte man sich zuerst einmal überlegen, ob man besser allein oder in einer Kleingruppe lernt. Dabei sollte die Gruppenstärke bei höchstens vier bis fünf Schülern liegen. Für Nachhilfe in Form von Einzelunterricht spricht natürlich die intensivere Betreuung. Probleme werden schneller offenbar und meist ist auch die Scheu, bei Nicht-Verstehen noch einmal nachzufragen, deutlich geringer, wenn keine anderen Schüler dabei sind. Außerdem findet private Nachhilfe meist bei den Schülern zu Hause statt, wo das vertraute Umfeld durchaus zum Lernerfolg beitragen kann.

Kleingruppen allerdings fördern die Motivation. Die Schüler helfen sich mitunter gegenseitig und indem sie anderen erklären, festigt sich auch bei ihnen selbst das Wissen noch einmal. Hinzu kommt natürlich, dass Nachhilfe in Kleingruppen in der Regel deutlich preisgünstiger ist als Privatunterricht.

Dann stellt sich die Frage nach einem geeigneten Nachhilfelehrer. Dieser sollte in jedem Fall für das zu unterrichtende Fach ausreichend qualifiziert sein. Dabei muss es sich nicht um Hochschulprofessoren handeln, wenn der Unterrichtsstoff einer neunten oder auch elften Klasse wiederholt werden soll. Jedoch sollte man darauf achten, dass die Lehrperson ausreichend vorbereitet zu den Nachhilfestunden erscheint und gutes Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellt. Außerdem sollte sie didaktisch geschult sein und den zu vermittelnden Stoff auf verschiedene Weise erklären können. Am besten eignen sich hierfür in der Regel Lehramts- bzw. M.Ed.-Studenten oder aber natürlich voll ausgebildete Lehrer. Wer privat nach Nachhilfe sucht, ist dabei mehr oder weniger auf das eigene Gespür angewiesen, wer sich an professionelle Nachhilfeinstitute wendet, kann zumindest auf die fachliche Kompetenz des Lehrpersonals vertrauen.

Alles in allem ist Nachhilfe, sofern sie in absehbarer Zeit wirklich zum Erfolg und nicht zu noch mehr Frust führt, eine sinnvolle Sache. Verbessern sich die schulischen Leistung jedoch trotz Nachhilfeunterricht nicht, sollte erwogen werden, ob der angestrebte Schulabschluss wirklich der richtige ist.